Hans Pfitzner

    

Kontakt zur Hans Pfitzner-Gesellschaft

 
Pfitzner-Briefmarke der Deuschen Bundespost 1994

 

Hans Pfitzner  1869 - 1949
Komponist, Regisseur, Dirigent, Schriftsteller

Hans Pfitzner war einer der bedeutendsten deutschen Komponisten der Vorkriegszeit. 
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges 1917 mußte er Straßburg, den Ort seines Wirkens verlassen. Nach einer provisorischen Unterkunft in München fand er in Schondorf eine neue Heimat.
In München hatte er erst die erfolgreiche Uraufführung seines wohl bedeutendsten Werkes „Palestrina" erlebt. Er war bereits 50 Jahre alt, als er mit Hilfe seiner Freunde, vor allem von Paul Cossmann (Herausgeber der Süddeutschen Monatshefte, später Leiter, der Münchner Neuesten Nachrichten), im Jahr 1919 in Schondorf ein Haus erwarb: 
In Schondorf entstanden u.a. die Kantate „Von deutscher Seele", das Klavierkonzert, das Violinkonzert, das cis-moll Streichquartett und verschiedene Lieder.

 

05. Mai 1869 geboren in Moskau als Sohn deutscher Eltern 


 Vater  

 Mutter 

Robert Pfitzner       
Geiger im Moskauer Opernorchester
1825 - 1904

 Wilhelmine Pfitzner geb. Reimer
 1840 - 26.02.1924


 

1872                       Umzug nach Frankfurt

1886 - 1890            Studium am Hochschen Konservatorium in Frankfurt bei

                               Iwan Knorr (Theorie) u. James Kwast (Klavier)

1892 - 1893            Konservatorium in Koblenz

1895                       Uraufführung „Der arme Heinrich" in Mainz

1899                       Heirat mit Mimi Kwast (* 01.12.1879  + 19.04.1926)

                               (Tochter seines Klavierlehrers James Kwast)

28. Jan. 1903         Sohn. Paul geboren

1903                       Erster Kapellmeister am Berliner Theater des Westen

20. Okt. 1906        Sohn Peter geboren

27. Mai 1908         Tochter Agnes geboren

                               Übersiedlung nach Straßburg

1909                       Beginn mit der Dichtung des Palestrina

1910                       Musikalische Leitung der Straßburger Oper

                               Ehrendoktor der Universität Straßburg

1912 - 1915            Komposition des „Palestrina"

12. Juni 1917  Uraufführung des „Palestrina" im Prinz-Regenten-Theater  in München

                              (Spielleitung: Hans Pfitzner, Musikalische Leitung: Bruno Walter)  

           "Ich persönlich. zähle die Aufführung des „Palestrina ; nach meiner Meinung
             des gewaltigsten musikalischen Bühnenwerks unserer Zeit, zu den großen
             Ereignissen meines Lebens. und die Epoche der Vorbereitungen und Proben 
             ist mir unvergesslich geblieben.                     
                
                                                                      
                           (Bruno Walter)

 
1919
  Ansiedlung in Unterschondorf a. Ammersee

Pfitzner kauft mit dem Geldgeschenk seiner Freunde zum 50. Geburtstag
(19.450, - Reichsmark) ein Landhaus in Unterschondorf (Pfitznerstraße 2).
 Freundschaft mit Willy Preetorius, der zahlreiche Portraits von Pfitzner malte.

1920  Leiter einer Meisterklasse für Komposition an der Preußischen
          Akademie der Künste in Berlin.

Kurse werden in Schondorf a. Amrnersee abgehalten, da Pfitzner nicht
nach Berlin ziehen will

1921  "Von deutscher Seele"

Als Hans Pfitzner, der jahrelang ein Haus in Unterschondorf am Ammersee besaß, 
dort seine „Kantate von deutscher Seele komponierte (das einzige Werk in der Reihe
weltlicher Oratorien, das fast ausschließlich Landschaftseindrücke musikalisch
widerspiegelt); hat auch die Natur das ihre zur Inspiration dazu getan. Den 
genialen Morgenruf der Hähne in der langen Orchesterschilderung von 
„Abend - Nacht - Morgen ", haben die Hähne am Ammersee dem Meister 
vorgekräht. und er hat ihn mit 

                                                                                                                       (Ludwig Kusche)

 1921  4 Lieder op. 29 nach Gedichten von Hölderlin, Rücken, Goethe und Dehmel

1922   4 Lieder op. 30 nach Gedichten von Lenau, Möricke und Dehmel

1922   Konzert für Klavier und. Orchester Es-dur op. 31.F

1923   4 Lieder op. 32 nach Gedichten von C.F. Meyer „Alte Weisen" op. 33. 8 Lieder
           nach Gedichten von Keller

1923   Konzert für Violine und Orchester h-moll op. 34.F

1924  6 Liebeslieder op. 35 nach Gedichten von Ricarda Huch

1925  Streichquartett cis-moll op.36. F

1926   „Lethe" op. 37 für Bariton und Orchester nach einem Gedicht von C.F. Meyer

19. April 1926  

         
  Mimi Pfitzner gestorben. In Schondorf beerdigt
           (Grab am Schondorfer Friedhof)

   Dann aber kam die finstere Stunde, die das Ammerseeidyll jäh    
  
zerstörte. Pfitzners geliebte Frau Mimi, schon länger leidend, starb   
  
plötzlich, und es war ein düsterer Tag, an dem wir sie im  
  
Schondorfer Friedhof zu Grabe trugen. Bei einer erschütternden 
   Feier erklangen, vom Berber-Quartett gespielt, Weisen aus der 
   „Rose vom Liebesgarten °. Pfitzner war völlig zusammengebrochen 
   und nie vorher und nie nachher habe ich solche 
   Mannesverzweiflung erlebt. Er haderte mit Gott, der ihm diese Frau 
   genommen - ja er haderte fast mit seiner geliebten Mimi. weit sie ihn 
   allein gelassen. Irgendwie erlebte man da tiefstes Gefühl in
    uferlosem Schmerz. Und das war das Ende von Schondorf

                                                                                          (Willy Preetorius)

 

1929  Übersiedlung nach München

1934   Pensionierung an der Akademie der Tonkunst gegen seinen Willen

19. Mai 1939

          
            
Tochter Agnes nimmt sich das Leben (geb. 27.05.1908)
                        (Grab am Schondorfer Friedhof)

13. Dez. 1939  Heirat mit Mali Stoll (* 13.02.1893  + 1963)

21. Feb. 1944  Sohn Peter fällt in Rußland


22. Mai 1949   Tod in Salzburg

„Nun schmiede mich, den letzten Stein
An einem deiner tausend Ringe,
Du Gott,
- -und ich will guter

Zur Trauerfeier im Mozarteum in Salzburg erklang die Trauermusik aus
der Oper „Die Rose vom Liebesgarten". Zwei Tage später wurde
Pfitzner in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof beerdigt.
Pfitzner hatte, entgegen seinem ursprünglichen Wunsch, neben seiner
ersten Frau Mimi im Grab auf dem Schondorfer Friedhof bestattet zu
werden, das Angebot eines Ehrengrabes auf dem Wiener Zentralfriedhof
angenommen. Hier ruht er, nahe den Ehrengräbern von Ludwig van
Beethoven, Franz Schubert und Johannes Brahms.


1963
  Mali Pfitzner gestorben



9. Mai 1999  
Festakt im Landheim und Enthüllung eines Denkmals für
Han
s Pfitzner an der Seepromenade in Schondorf a. Ammersee anläßlich de
s 50. Todestages und 130. Geburtstages 
von Hans Pfitzner

Mitwirkende: Juliane Banse (Sopran), Robert Holl (Bassbariton), 
Prof. Christoph Poppen;  (Violine) Silke Avenhaus (Klavier)
Prof. Dr. Johann Peter Vogel (Festvortrag)

Das Denkmal:   Entwurf: Walter Mayer, Schondorf
                           Graveur: Harry Zengeler, Dießen
                           Metallbearbeitung: Thomas Lenhart, Schondorf
                           Laserschnitte: Firma Bechthold, Weilheim
                           Gärtnerische Gestaltung: Landheim Schondorf


             Quellen:

Walter Abendroth        Festschrift zum 100. Geburtstag

Johann Peter Vogel      Hans Pfitzner (Rowohlts Monographien)

Willy Preetorius           Freundschaftsjahre mit Hans Pritzner (Hans Pfitzner-Gesellschaft)

Dr. Thea Bach              Erinnerungen an Hans Pfitzner (Hans Pfitzner-Gesellschaft)

Dr. Hedwig Theisen     Ernst Reisinger - Tagebücher

Bodo Harenberg          Opemführer

Bodo Harenberg          Konzertführer

Bodo Harenberg          Kammermusikführer

Bruno Walter               Thema und Variationen

Rudolf Hartmann         Das geliebte Haus

Ludwig Kusche            Musik und Musiker in Baiern

GabrieleBusch-Salmen  Hans Pfitzner. Münchner Dokumente / Bilder und Bildnisse

und Günther Weiß       (Schriftenreihe der Hochschule für Musik in München, Band 2)

                                                                                                        (Fassung 09.05.99)