Bert Brecht

 

Bert Brecht
1898 - 1956
Dramatiker, Lyriker, Erzähler

Im Geburtsjahr von Bert Brecht wurde die Bahnlinie Augsburg - Ammersee - Weilheim eröffnet.
Für die Augsburger wurde der Ammersee ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsgebiet. 
Es ist naheliegend, dass Bert Brecht schon als Kind mit seinen Eltern an den Ammersee kam.
Bert Brechts Vater verband eine enge Freundschaft mit Xaver Schirmböck (1878 - 1939),
 dessen Haus in Unterschondorf in der Nähe der Villa v. Mendel liegt, in der Bert Brecht 
später öfter seinen Urlaub verbrachte. 
Die Freundschaft mit Xaver Schirmböck fand ein tragisches Ende. Brechts Vater hatte 1939
noch den  Führerschein erworben. Am Ostermontag 1939 verletzte er den Freund beim  Hinausfahren aus dem Schirmböckschen Anwesen tödlich.
Zahlreiche Aufenthalte von Bert Brecht am Ammersee in Schondorf und Utting sind 
dokumentiert. Die Tage in Unterschondorf waren häufig anstrengende Arbeitstage mit 
Mitarbeitern und Freunden.

 
10.02.1898   

Vater:  Berthold Friedrich Brecht     
              
 geb. 06.11.1869 
               
gest. 20.05.1939 
Mutter: Sofie Brecht, geb. Brezing
                 geb. 08.09.1871
                 gest. 01.05.1920

 

1898 - 1917            Augsburg
                               Erste Gedichte und Kurzgeschichten in den

                               Augsburger Neuste Nachrichten

1917 - 1920            Augsburg und München

1920 - 1924            Augsburg - München - Berlin
                               "Trommeln in der Nacht"

08.12.1923             Uraufführung "Baal" am Alten Theater in Leipzig

1924 - 1933            Berlin

31.08.1928             Uraufführung "Die Dreigroschenoper" im Theater
                                am Schiffbauerdamm in Berlin  

10.04.1929
              Heirat mit Helene Weigel


Ende Juni -
23.07.1929    
         Brecht nach Unterschondorf a. Ammersee
                                Arbeit an "Mahagonny" und "Happy End" 
                                (Elisabeth Hauptmann)


02.07.1929
             Postkarte aus Schondorf (Villa v. Mendel) an
                                Bernhard v. Brentano
                               
           
04.07.1929
               Kurt Weill kommt mit Lotte Lenja nach 
                                 Unterschondorf


17.07.1929 
             Elisabeth Hauptmann kommt nach Unterschondorf
                                 In Schondorf findest sich bis zum 20. Juli ein hochkarätiger
                                 Teil  der Theaterelite der Weimarer Republik ein, darunter
                                 Weill und seine Frau Lotte Lenja. Mit Elisabeth Hauptmann
                                 wird "Happy End" abgeschlossen.
                                 (Karl  Greisinger)


02.09.1929               Uraufführung "Happy End" im Theater 
                                 am Schiffbauerdamm in Berlin

 21.07.1930               Postkarte aus Schondorf (mit Elisabeth Hauptmann)
                                  (Villa v. Mendel) an Bernhard v. Brentano
                                 
Lieber Brentano,
                                  entschuldigen Sie mein langes Schweigen! Ich war immer
                                  unterwegs und jetzt in Kur und hatte Ihren Brief mit
                                  Adresse daheim gelassen. Es wäre sehr nett, wenn  Sie
                                  herunter kämen! Ich bin am Ammersee,
                                  Unterschondorf, Villa von Mendel.
                                  Herzlich, Ihr alter brecht.
                                  Unterschondorf, 21. Juli 1930 (Poststempel)
                                   ( Folgt hs. Gruß von Elisabeth Hauptmann)

25.07.1930                          
19.06.1931                 Postkarte an Hanns Eisler aus Unterschondorf 
11.04.1932                
                         

Mitte Juni-
Mitte Sept.                Reise nach Unterschondorf, später nach Utting
1932                           Arbeit an "Maß für Maß"

08.08.1932                 Brecht erwirbt das Anwesen Nr. 100 in Utting
                                  
"Sieben Wochen war ich reich..." 

11.08.1932                 Brecht zieht mit Helene Weigel, den Kinder Barbara und
                                   Stefan, sowie Margarete Steffin und Slatan Dudow von
                                   Unterschondorf nach Utting

28.02.1933                  einen Tag nach dem Reichstagsbrand flüchtet Brecht mit 
                                    Helene Weigel nach Prag

1933 - 1939                2. Weltkrieg
1939 - 1940

1940 - 1941                 Helsinki, Maelebäck, Finnland

1941 - 1947                 Santa Monica, Kalifornien

1947 - 1949                 Zürich und Feldmeilen, Schweiz

1949 - 1956                 Berlin (Ost)

14.08.1956                  Brecht in Berlin gestorben


Quellen:
          
Werner Hecht : Brecht Chronik (Suhrkamp)
           Werner Hecht : Bertold Brecht; Sein Leben in Bilder und Texten
           Klaus Völker : Brecht Chronik (Deutscher Taschenbuchverlag)
           Marianne Kesting : Brecht (Rowohlt)
           Walter Brecht : Unser Leben in Augsburg, damals (Insel Verlag)
           Werner Frisch, K.W. Obermeier : Brecht in Augsburg (Aufbau Verlag)
           Günter Glaeser : Bertold Brecht Briefe (Suhrkamp)
           Karl Greisinger : Versch. Artikel in der Augsburger Allgemeinen
           Thies Marsen : Bert Brecht - ein (fast) vergessener Uttinger (Ammersee Kurier)
           Dirk Heißer : "Zeit meines Reichtums" Bert Brecht am Ammersee (Bayerischer
           Rundfunk am 31.03.1997)