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Oberschondorf
a. Ammersee
Gemeinde Schondorf a. Ammersee
Otto Wiedemann (1966)
Bernhard Müller-Hahl (1981)
Geschichtliche
Entwicklung

St. Anna u. alte Schule
Besitzverhältnisse
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 Klima und Boden der Gemeinde Oberschondorf sind durch die
rauhen
und wechselhaften Witterungsverhältnisse der schwäbisch-bayerischen
Hochebene und den auf tertiären Sanden und Tonen liegenden
eiszeitlichen Moränenschotter bestimmt. Milch- und Viehwirtschaft sind
hier wesentlich günstiger. In Oberschondorf entfallen heute von 431 ha
Gesamtfläche 170 ha auf Ackerland, 227 ha auf Wiesen, 14 ha auf Wald,
12 ha auf Streuboden und 8 ha auf Gärten. Die tägliche Milchanfuhr zur
Molkerei beträgt 12 - 1400 Liter.
1908 erfolgte die Verteilung des vor der Säkularisation dem Kloster Dießen
gehörigen Waldes, der sich damals bis nahe ans Dorf erstreckte. Jedes
Haus bekam ca. 2 Tagwerk Wald, der von den meisten abgeholzt wurde, was
wirtschaftlich gesehen, ein Fehler war. Im Jahr 1966 wurden im Zuge der
Flurbereinigung durch das Flurbereinigungsamt München, 274 ha
Bereinigungsfläche zusammengelegt, was der hiesigen Landwirtschaft große
Vorteile für die Bearbeitung mit Maschinen bietet. Der Wegebau (ca. 8
bis 9 km) ist zum größten Teil in Eigenleistung durch die
Teilnehmergemeinschaft geschehen. Hauptwege, wie nach Hechenwang, baute
die Gemeinde aus.
Oberschondorf als schöner und bekannter Ort am Ammersee besitzt
Bahnstation und gute Straßenverbindung zur 18 km entfernten Kreisstadt
Landsberg a. Lech und zum 40 km entfernten München. Der erste fahrplanmäßige
Zug der Bahnlinie Augsburg-Weilheim hielt 1898 im neuen Bahnhof
Schondorf.
Ortsnamen auf -heim, -dorf, -hofen und ähnliche begegnen uns schon früh
und so könnte auch Schondorf bereits im 6. oder 7. Jh. entstanden sein.
Ob wir in der ersten Namenshälfte das Eigenschaftswort »schön« oder
einen Personennamen, etwa »Skono«, zu erblicken haben, kann nicht
sicher entschieden werden, ebenso wie die Frage, ob Bayern oder
Schwaben, die ja gerade in unserer Gegend aneinanderstießen, die Gründer
sind.
Daß die Siedlung Schondorf aber tatsächlich über die Zeit der
ersten Erwähnung zurückreicht, erweisen uns ein paar Bodenfunde. Schon
im vorigen Jahrhundert wurden auf dem Grießacker Skelette mit Beigaben
und bei Aushebung eines Grabes im Friedhof Oberschondorf eine
Lanzenspitze aus der Reihengräberzeit (etwa zwischen 500 und 700 n.
Chr.) gefunden. In jene Epoche gehören auch Skelettgräber mit
Beigaben, die 1954 zwischen den Häusern Nr. 56 und 57 am Ostrand des Ortes aufgedeckt wurden. Die
ältesten Bewohner unserer Dörfer pflegten nämlich ihre Toten nahe den
Siedlungen zu bestatten und der Leiche Waffen, Schmuck und
Gebrauchsgegenstände mitzugeben.
Die erste schriftliche Erwähnung des Namens Schondorf verdanken wir dem
unter Herzog Tassilo von dem Huosier Lantfrid und seinen Geschwistern
gegründeten und um 751
durch den Hl. Bonifatius eingeweihten Kloster Benediktbeuren. Dort
herrschte seit der Wiederherstellung im 11. Jahrhundert reges
geschichtliches Interesse und seine damals niedergeschriebene Gründungsgeschichte
(Rotalus historicus), die über die frühesten Gütererwerbungen
berichtet, ist durchaus glaubhaft. Darnach hätte im Jahr 740 ein Graf
Engildeo zur Zeit Lantfrids seine Güter zu Pancinga, Piringa, Umbindorf,
Salihedorf und Scondorf mit aller Zugehör dem Kloster geschenkt und
selbst dort das Mönchsgewand genommen. Benediktbeuren verlor gleich
anderen Klöstern den größten Teil seines reichen Besitzes wieder,
wohl im Zusammenhang mit den Ungarnkriegern, und als Mönch Gottschalk
nach der Wiederherstellung die vielen entfremdeten Güter der alten
Stiftung verzeichnete, mußte er darunter auch Schondorf, Penzing,
Untermühlhausen, Pürgen und Salihedorf (Westerschondorf), somit die
ganze Schenkung Engildeos abschreiben.
Der
Besitz in Schondorf selbst war in die Hände jenes mächtigen und
reichen Hochadelsgeschlechtes gelangt, das ungefähr seit der
Jahrtausendwende durch die Grafen von Dießen und Andechs geprägt wird
und viele Familien des niederen Adels rund um den Ammersee zu seinem
Gefolge zählte und mit Lehen ausstattete. Nachdem schon 1158 der
der gleichen Familie angehörende Graf Heinrich von Wolfratshausen dem Hauskloster Dießen neben anderen Gütern auch solche in
Schondorf und Windach übergeben hatte, vermachte am 17. 6. 1248, zwei
Tage vor seinem, im jugendlichen
Alter von 30 Jahren erfolgten Tod, der letzte Sproß des Geschlechtes,
Herzog Otto von Meranien, ebendahin seinen Besitz in Schondorf, das
Patronat der dortigen Kirche, seine Rechte und sein Eigentum an Höfen
und Huben, Grundstücken und Leuten. Je eine Hube war durch Adelheit von
Pergen und durch Kunigunde von Schondorf dem gleichen Kloster geschenkt
worden. Weitaus das meiste aber, was das um 1350 niedergeschriebene älteste
Dießener Salbuch (Güterregister) in Schondorf verzeichnet, geht
offenbar auf die Vermächtnisse Graf Heinrichs und Herzog Ottos zurück.
Diese Eintragungen überliefern uns erstmals eine größere Anzahl von
Schondorfer Familiennamen: Das Widdumgut, der Hof des Nätenhaimer, der
Hof des Prügel, der Hof Suntag, der Hof Günther, der Hof Rausmair, die
Hube des Simon, die Hube des Tautzer u. a. Dann folgten zahlreiche »Gräutäcker«,
neugerodetes Land, die gegen einen Zins von drei Metzen Hafer oder zwei
Metzen Wintergetreide pro Jauchart verpachtet sind. Wenn man die
wirtschaftliche Gliederung des Besitzes beachtet, so finden sich neben
vielen Einzelgrundstücken etwa zehn größere bäuerliche Anwesen, die
das Rückgrat des Dorfes bildeten und es spricht für die Beständigkeit
der ländlichen Verhältnisse, wenn wir noch 300 Jahre später in der
Steuerbeschreibung Oberschondorf so zum Kloster Dießen grundbare Höfe
verzeichnet finden.
Noch haben wir von dem Adelsgeschlecht der Herrn von Schondorf nichts
gehört. Im
12.
Jahrhundert wird es Sitte, auch die Angehörigen des niederen Adels nach
ihren Sitzen zu benennen, wobei anfangs allerdings manchmal innerhalb
der gleichen Familien, ja bei derselben Person noch Zunamen und Sitze
wechselten. Jetzt erscheinen auch die Herrn von Schondorf als ein von
den Dießener Grafen abhängiges, ihnen zu Hof- und Heeresdienst verpflichtetes Geschlecht. Erstbezeuger ist wohl Konrad um 1136.
Wo der Schondorfer Ortsadel seinen eigentlichen Sitz hatte, oder ob er
eine Burg besaß, darüber geben weder Überlieferungen noch Überreste
verlässige Anhaltspunkte.
Im folgenden Jahrhundert finden wir mehrere Angehörige der Familie als
herzoglich Bayerische
Beamte, so Otto, gestorben 1453 als Pfleger zu Pähl.
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Wappen der ehemaligen Gemeinde
Oberschondorf a. A.
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In der ersten Hälfte
des nächsten Jahrhunderts dürfte das Geschlecht ausgestorben sein.
Sein Wappen ist uns in einigen Siegeln und dem Pähler Grabstein von 1453
überliefert.
Oberschondorf gehörte zusammen mit fünf weiteren Dörfern, nämlich
Beuern, Eching, Greifenberg, Pflaumdorf und Unterschondorf zur Hofmark Greifenberg, die
1507 an Erhard
von
Perfall verkauft und 1845 aufgelöst wurde. Das Bayerische
Staatsministerium des Innern hat durch Urkunde vom 17. Mai 1951 der
Gemeinde Oberschondorf im Landkreis Landsberg das Recht verliehen, ein
Wappen folgender Beschreibung zu führen:
In rot der silberne Rumpf eines goldgekrönten Einhorns mit
blaugesteintem Ring am Horn. Dem erstverliehenen Gemeindewappen liegt
das Wappen der Edlen von Schondorf zugrunde, die seit dem 13.
Jahrhundert auf dem gleichnamigen Gut ansässig waren. Die Aufhebung der
Klöster 1803 änderte an den bestehenden Verhältnissen kaum etwas.
Es wechselten nur die meisten Anwesen die Grundherrschaft und die
Abgaben, die bisher nach Dießen oder Andechs zu entrichten waren, hob
fortan der bayerische Staat ein. Das Revolutionsjahr 1808 brachte die völlige
Eingliederung aller Schondorfer Untertanen in das Landsberger
Landgericht, dem vorher nur ein Teil unmittelbar unterstanden hatte.
Auch die hergebrachten wirtschaftlichen Bindungen im bäuerlichen
Betrieb fielen, neue Früchte wurden eingeführt (1800 die Kartoffel),
die Gemeindegründe verteilt, der Getreidebau allmählich durch die hier
vorteilhaftere Viehzucht und Milchwirtschaft zurückgedrängt.
Die Ortschronik verzeichnet im vorigen Jahrhundert drei größere Brände:
1825 wurden sieben Häuser
(Nr. 3-9), 1874 vier und 1896 zwei Wohngebäude
ein Raub der Flammen.
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Kriegsleiden
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Wie
der ganze Landkreis, so hat auch Oberschondorf durch die 2 Weltkriege
und deren Folgen eine Umwandlung erfahren, die ihre Spuren selbst in
jeder Familie hinterließ. Die drei Kriege
holten auch hier ihre Opfer.
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Gefallene forderte der Krieg 1870/71.
23 Söhne der Gemeinde mußten im 1.
Weltkrieg auf den Schlachtfeldern ihr Leben lassen,
im 2. Weltkrieg waren es 28.
5 Einheimische, neben 8 Söhnen von Neubürgern werden noch
vermißt.
Eine Gedenktafel an der Kirche kündet die Namen von 34
Gefallenen und einem Vermißten des Weltkrieges 1914/18. Die Gemeinden
Ober- und Unterschondorf errichteten 1957
den Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges ein würdiges Denkmal auf dem
Friedhof in Oberschondorf, das 1980 erneuert und an einen
besseren Platz kam.
Die weite Ausdehnung des Ortes, die verschiedenartigen Erwerbsarten und
die abweichenden Grundherrschaften (Dießen - Andechs) brachten schon im
14. Jahrhundert
eine Trennung der beiden Gemeinden Ober- und Unterschondorf, auch »See«
genannt. Das Unterdorf hat seit den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts,
als aufstrebender Fremdenort, das ruhige Oberdorf überflügelt. Heute
tritt infolge der baulichen Ausdehnung die Gemarkungsgrenze kaum noch in
Erscheinung. Oberschondorf ist seiner Gliederung nach ein Haufendorf,
und hat einen wohlgeordneten, aus der Urzeit überlieferten Flurplan.
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St. Anna, Oberschondorf a. A.
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Viele Oberschondorfer Häuser sind in jüngster Zeit recht gut um-
oder neugestaltet worden. Ein
Beispiel für wertvolle Heimatpflege ist die Wiederherstellung der
Pfarrkirche zu Oberschondorf im Jahre 1950
deren Außenrenovierung 1970 wiederholt werden mußte.
St.
Martin, als älterer Patron der Pfarrkirche läßt vermuten, daß
vielleicht schon zur Zeit der Frankenmissionare hier ein Kirchlein
entstand. 1284 wurde die
Oberschondorfer
Kirche vom bayer. Herzog dem Kloster Dießen geschenkt.
Als die Siedlung immer mehr anwuchs, wandten sich die Schondorfer an das Kloster um eine größere Kirche. 1520 wird in Oberschondorf Pfarrer
Wolfgang Ostler, bisher Kaplan in Landsberg, erster Pfarrer. Unter Pfarrer
Johannes Heiß (1660-1696) beginnt das Kloster die Barockumgestaltung der Kirche. Die älteste Glocke trug die Jahreszahl 1567 und hatte als
Wetterglocke hohen Ruhm. 1656 werden drei Glocken erwähnt, 1886 goß Kortler, München, drei neue
Glocken, 1925 Andreas Hirt noch zwei hinzu. 1942 fielen vier Glocken dem Krieg zum Opfer, 1949 stiftete Engelbert Gebhard seiner
Heimat eine neue Glocke, die Schondorfer spendeten zwei neue hinzu, so daß wieder ein schönes Bronzegeläut die Feste des Dorfes durch das
1950 und die Anschaffung der Glocken wurde unter dem beliebten Pfarrherrn Andreas Bader durchgeführt,
der 1953 St. Josef in Augsburg
als Stadtpfarrer übernahm. Schon unter Pfarrer Bader wurde eine Vergrößerung der Pfarrkirche geplant, die dann unter dem neuen
Pfarrherrn Dr. Peter Gehring zu einem Kirchenneubau in Unterschondorf führte. Am 7. Dezember 1957 wurde die neue Hl. Kreuzkirche durch den
Bischof von Augsburg eingeweiht. Zwei Glocken der alten Oberschondorfer Kirche wurden der neuen Kirche zugeführt.
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Alte
Pfarrkirche

Neue Pfarrkirche Hl. Kreuz mit
Pfarrhof in Unterschondorf für die Gesamtgemeinde |
Weithin sichtbar liegt auf einem Höhenzug am Nordrand des Ortes die ehemalige Pfarrkirche St. Anna, errichtet 1499 vom Kloster Dießen. Auf
einen einheitlich gotischen Bau deutet der umlaufende Kleeblattbogenfries (Vgl. St. Georgen). Der Oberteil des
Zwiebelturmes auf der Chornordseite (erbaut 1716) ist durch eingezogen-rechteckige Lichtöffnungen und Lisenengliederung belebt.
Das Kircheninnere wurde
im 17. und 18. Jh. umgestaltet; im Chor ausgezeichnete Stukkaturen von 1680 mit Engelsköpfchen,
Akanthuslaub, Blumenkörben und Muscheln. Auf dem spätbarocken Hochaltar um 1725 von Franz
Schmuzer aus Wessobrunn
die Hl. Anna selbdritt, Ulrich und Barbara von Ambrosius Degler aus Weilheim; von demselben Meister auch die Kanzelfiguren (1684). An der
Decke des Langhauses wurden bei der Innenrestauration 1950 zahlreiche Medaillonfresken mit Darstellungen aus dem Leben der Hl. Martin und
Anna aufgedeckt (die drei westlichen modern), gleichzeitig die schöne Stuckdekoration aus der Übergangszeit vom Barock zum Rokoko mit
dünnem Akanthuslaub und Bandelwerk von Georg Dötl, Obermühlhausen 1737. Zwischen diesen beiden Stilepochen (im Chor und Langhaus) liegen die Jahre der Blütezeit des Wessobrunner Stucks. An den Langhauswänden stehen in Muschelnischen spätbarocke
Apostelfiguren aus der Luidl-Werkstatt; im südlichen Vorzeichen eine Ölberggruppe, wohl aus dem 16. Jh.
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Neue Schule
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Nördlich der Kirche steht ein spätgotischer Bildstock mit hoher, gefaßter
Säule und Laterne, der aus St. Georgen bei Dießen stammt. Alte Bauernhäuser sind im ehemals ländlichen Ort Nr. 37 (»beim Veitl«),
ein Kleinhaus mit Mittertenne und Bundwerk; außerdem Nr. 47 (»beim Pfeiffer«) und Nr. 56 (»beim Neemann [Näähans]«), von denen das
letztere besonders gut die heimische Bauweise der Zeit um 1800 mit verschaltem Giebel und bemaltem Söller zeigt. Ein wohlproportioniertes
Stadelgebäude mit Halbwalmdach und korbbogigen Toren frühen 19. Jahrhundert gehört zum Haus Nr. 49 (»beim Kramer« ), das in der
gleichen Art gebaut ist.
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Schulgeschichte
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Trotz privater Bautätigkeit war der Ort mit 240 Flüchtlingen und 230
Haushalten noch lange überbelegt. Die Kinderzahl wuchs von Jahr zu Jahr und deshalb schob sich das Schulproblem von 1946 an in den
Vordergrund. Von den ersten Anfängen einer Schulgeschichte der Pfarrschule 1657 im »Kugelmannhaus«, einer Strohhütte, wo der erste
Schulmeister Georg Kaspar Gotärus amtierte, bis zum heutigen Stand war ein weiter Weg.
1770 betrug die Schülerzahl 87,
(42 Oberschondorfer, 36 Unterschondorfer und
9 Hechenwanger).
Ab 1813 kam die Schule ins
»Stanglhaus«, der heutigen Mesnerwohnung. 1882 wurde ein neuer Schulsaal geschaffen. Aus zwei Klassen wurde 1946 eine vierklassige Volksschule mit Schichtunterricht. Die Schülerzahl stieg über
100. Dieses Haus an der Kirche verkaufte die Gemeinde für Wohnzwecke, somit
konnte der geplante Abbruch verhindert werden. Selbst das Jugendheim der Gemeinde Unterschondorf wurde als fünfter Schulsaal benützt, in dem
auch der Unterricht der Landwirtschaftlichen Berufsschule abgehalten
wurde. Die Schulraumnot und der beschwerliche Schichtunterricht wurden immer unerträglicher, so daß sich der Schulverband auf stetes
Drängen des Schulleiters Hauptlehrer Otto Wiedemann zu einem zeitgemäßen Schulhausneubau entschloß. So konnte am 5. Januar 1957
die Schuleinweihung erfolgen. Unter der Leitung des Architekten Gsänger, München, entstand ein modernes Schulhaus. Die Schülerzahl ging bald so drastisch zurück, daß eine Kombination mit Utting erfolgen mußte; dort ist seit 1970 auch die Hauptschule zusammengefaßt.
Der Kreis baute nördlich der Schondorfer Schule 1967 die erste Realschule des Kreises mit Turnhalle, die auch allen Vereinen zur
Verfügung steht.
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Volksschule
Oberschondorf a. Ammersee
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Als ältester Verein kann wohl der Krieger- und Veteranenverein von
Schondorf angesprochen werden, der am 27.5.1962 sein 100. Gründungsfest feiern konnte. Dann folgten der Verkehrsverein, der
Turnverein, Gesangsverein, der Schützenverein, der Gewerbeverein u. a.,
die alle aus Mitgliedern von Ober- und Unterschondorf bestehen. Sie waren auch Wegbereiter für die längst fällige, 1970 zustandegekommene
freiwillige Gemeindezusammenlegung.
Vor
dem 30jährigen Krieg fehlen genauere Angaben über die Bevölkerungsbewegung.
Während der Pest 1632 starb nach den Pfarrbüchern etwa die Hälfte der
Einwohner.
Ein
Vergleich der Einwohnerzahlen über 300 Jahre zeigt im Jahre 1666: 260,
1755: 300, 1832: 340, 1895: 380, 1925: 465, 1933: 526, 1945: 742, 1957 :
850, 1962: 820 Einwohner.
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| Besitzverhältnisse |
Die
Zahl der Anwesen hat sich von 63 im Jahre 1671, einschließlich der noch
nicht wieder bebauten Hofstätten, in 200 Jahren nur auf 65 erhöht und
ist bis heute auf 220 Anwesen gestiegen. Nach dem ersten Kataster von
1809 zählte der Ort 5 Halbhöfe, einen 3/8-Hof,5 1/4-Höfe, 11
1/8-Bausölden, 40 1/16- und 2 1/32-Sölden. Bis zum Jahr 1803 war das
Kloster Dießen mit 46 Anwesen am meisten in Oberschondorf begütert; es
folgten die Hofmark Greifenberg mit 10, die Pfarrkirche und das
Pfarrwiddum Oberschondorf mit je 3, die Gemeinde Oberschondorf und die
Kirche Eching mit nur je einem Anwesen. Die 5 größten Höfe waren
damals der »Stadlbauer« (Nr. 9), der »Gailerbauer« (Nr. 10), »
Reichenmayer« (Nr.
11), » Hoissbauer« (Nr. 19) und der » Harribauer« (Nr. 24). Die Statistik von 1935 weist 67 landwirtschaftliche
Betriebe auf, davon 23 Erbhöfe, 28 Hausbesitzer von Arbeitern, 20
von Pensionisten und 20 von Handwerkern.
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Wirtschaftsstruktur |
Heute gibt es noch 35 landwirtschaftliche Betriebe, an
Handwerkern und Gewerbetreibenden verfügt jetzt Oberschondorf über
2 Gasthöfe, Cafe, 1 Bäcker, 2 Metzger, 7
Lebensmittelgeschäfte, 2 Wäscherei,
2 Molkerei, 2
Bauunternehmen, 1 Leichtbauplattenfabrik, 1 Herrenschneider, 3
Damenschneiderinnen,
2 Schuhmacher, 2 Schreiner, 1 Hafner, 1
Schmied, 1 Autowerkstätte mit Omnibusunternehmen,
2 Eisenhandlung
und 1 Fahr- und Motorrad-Werkstätte.
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Postamt
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Noch zu erwähnen
ist das neuerbaute Postamt, die Zweigstelle der Kreissparkasse und
der Bahnhof auf Oberschondorfer Gemarkung. Im Ferienheim des Münchner
Vereins finden jährlich viele Kinder aus München Erholung. Aus
den nun angeführten Betrieben und Unternehmungen ergibt sich
heute, daß die Bevölkerung von Oberschondorf nicht mehr rein bäuerlich
ist und jetzt eine sehr gemischte Struktur von Arbeitern,
Angestellten, Gewerbetreibenden und anderen Berufen besitzt. Durch
den starken Bevölkerungszuwachs seit 1945 hat sich auch das
Ortsbild wesentlich verändert. Seit dieser Zeit stieg die Zahl
der Wohnhäuser von 129 (1945) auf 220 (1980) Um das
Wohnungsproblem beseitigen zu helfen, erbaute die Gemeinde das
erste Fünffamilienhaus im Jahre 1955, 1958 ein Sechsfamilienhaus
und 1962 ein Vierfamilienhaus. Bürgermeister und Gemeinderat
hatten noch weitere Baumaßnahmen zu bewältigen, vor allem den
Straßenbau als großes und teueres Sorgenkind.
Das örtliche
Wasserleitungsnetz wurde erweitert. Die Gemeinde trat 1960 dem
Zweckverband zur Abwasserbeseitigung Ammersee-West bei. Nach
20 Jahren Bauzeit ist auch Oberschondorf voll kanalisiert. Zur
Erweiterung des Friedhofes mußte ein Grundstück angekauft und
zur Vergrößerung der vorhandenen Kiesgrube ein Teilstück
erstanden werden.
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Zum Schluß seien noch die Ortsvorsteher und (ab 1862) Bürgermeister
der letzten 100 Jahre genannt: Joachim Drischberger (um 1828),
Joseph Gall (um 1835), J. Fröhlich (um 1857), Bgm. Schöttl
(1861-1880)
Bgm. Baur (bis 1892), Bgm. Drexl. sen. (1892 bis 1926), Bgm. Baur (1892), Bgm. Joh. Stangl
(1928-1933),
Bgm. Josef Drexl (1933 bis 1945), Bgm. Höchtl (1945-1946), ab 1946 bis
1970 Bgm. Mathias Wagner, Landwirt in Oberschondorf.
Zu seinem Abschied nach 24 Dienstjahren erhielt er von
Regierungsvizepräsident Dr. Schmitt-Lermann und Landrat Müller-Hahl
besondere Ehrungen, ebenso der langjährige Gemeindeschreiber
Peter Widmann und verdiente Gemeinderäte in einer großen
Abschiedsfeier von der selbständigen Gemeinde.
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